Fabienne Good
Hochschule Luzern

Max von Moos-Förderpreis 2010

Der Förderpreis 2010 der Max von Moos Stiftung wurde im Rahmen der Vernissage der Werkschau der «Hochschule Luzern – Design & Kunst» am 25. Juni in der Messehalle auf der Luzerner Allmend vergeben. Ausgezeichnet wurde Fabienne Good (*1980) für ihre Arbeit «Art in Public Spheres».

Fabienne Good hat am Helvetiaplatz (einem Ort der Entspannung und einem beliebten Treffpunkt in der Luzerner «Neustadt»), rund 60 Wachskugeln, die ca. die Grösse von Grapefruits haben, an einen Kastanienbaum befestigt. Diese wurden aus altem Wachs hergestellt und ähneln in Form und Farbe Kokosnüssen. Ob nun die Kugeln irgendwann von selbst herunterfallen (wegen der Wärme schmilzt das Wachs) und zerplatzen oder ob sie von Passanten heruntergeholt und geöffnet werden – in jeder Kugel findet sich eine Botschaft, die sich mit der Frage «Was ist Kunst?» auseinandersetzt. Das Ganze mutet wie ein Spiel mit Glückskeksen an – man kann nie sicher sein, ob man der Botschaft Glauben schenken soll, doch bietet sie auf jeden Fall etwas zum Nachdenken.


Fabienne Good: «Art in Public Spheres», Luzern, Juni 2010
Installation Mixed-Media, Fotos: Nikola Ilic

Aus dem Bericht der Künstlerin
«Art in Public Spheres» – auch bezeichnet als «das Nussschalen Definitions-Projekt» – begann mit einem Kettenbrief der freiwillige Teilnehmer/innen aufforderte zu erklären, was die Kunst für sie bedeutet.

«In Bezug auf die Antworten, die ich erhalten habe, kombiniert das Projekt Aspekte wie Recycling, Aneignung, Transformation, Fortführung und Momentum unter einem Dach. Der Frage nachgehend – Was ist Kunst? – erhielt ich mehr als eine Aussage. Dieses Projekt widerspiegelt zudem den fliessenden Gebrauch von Sprachdefinitionen, was ein wichtiger Teil davon beinhaltet, wie wir denken und handeln.» Fabienne Good

Aus der Laudatio von André Meyer
«Der heutige Tag ist nicht nur in Bezug auf die Bachelor- und Master-Abschlussarbeiten, welche in der Allmendhalle 4 erstmals ausgestellt sind, ein Novum, sondern auch in Bezug auf die erstmalige Verleihung des Max von Moos Förderpreises.

Wer war Max von Moos? – Den älteren Luzernern bestens bekannt, war Max von Moos Sohn des Malers Joseph von Moos, Künstler, Maler, Designer und langjähriger Lehrer bzw. Professor an der Kunstgewerbeschule Luzern (heute: Hochschule Luzern – Design & Kunst). Geboren am 6. Dezember 1903 und gestorben am 28. Mai 1979 lebte und arbeitete Max von Moos mit Ausnahme einer 1-jähriger Studienzeit an der staatlichen Kunstgewerbeschule in München zeitlebens in Luzern. [...]

Was lag näher, als die Abschlussarbeit der Hochschule Luzern Design und Kunst auszuzeichnen, die dem Stiftungsrat der Max von Moos-Stiftung als die «beste» erschien. Unterstützt wurde die Stiftung durch die Leitung der Hochschule, die zum einen den Preis auf Abschlussarbeiten im Bereich des Masterstudiums beschränkte und innerhalb dieser Kategorie auf Arbeiten, die sich mit Kunst im «öffentlichen Raum» beschäftigten. Unter diesen nahm die Schule eine Vorselektion vor und schlug der Stiftung acht Arbeiten zur Prämierung vor.
Der Stiftungsrat hat sämtliche acht Arbeiten begutachtet und einstimmig die Arbeit von Frau Fabienne Good mit dem Max von Moos-Förderpreis bedacht.

Frau Good hat die Kastanienbäume am Helvetia-Platz in Luzern mit grossen Kastanien aus Wachs bereichert, die sich beim Herabfallen dem Betrachter mit einer Botschaft eröffnen. Die Arbeit – eine höchst poetische Bereicherung des öffentlichen Raums – thematisiert die Begriffe der «Nachhaltigkeit» und der «Polarität» im Spannungsfeld zwischen ländlichem und urbanen Raum in künstlerischer und kreativer Weise und fügt sich bereichernd und ergänzend im bisherigen Schaffen der Künstlerin ein.»

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